FALSTAFF

Uraufführung von Andreas Marber

FALSTAFF
FALSTAFF

Stadttheater Gießen; Copyright Foto: Global X - Obesity in the US

FALSTAFF
FALSTAFF

Stadttheater Gießen; Copyright Foto: Global X - Obesity in the US

1/1

Premiere: 26.03.2022 (Stadttheater Gießen, Großes Haus)

Eigentlich ist Falstaff nur ein Side-Kick oder genauer gesagt: Die Hauptfigur eines Handlungsstrangs in den Shakespeare-Stücken „Heinrich IV – Teil 1“ und „Heinrich IV – Teil 2“, der augenscheinlich dazu dienen soll, die Tragödie etwas aufzulockern und um eine komische Dimension zu bereichern. Allerdings scheint genau das so gut bei Shakespeares Publikum angekommen zu sein, dass er kurze Zeit später diese Nebenfigur in den Mittelpunkt seiner Komödie „Die lustigen Weiber von Windsor“ stellt. Und genau das tut Andreas Marber nun auch gut 420 Jahre später mit seinem Stück „Falstaff“.

 

Falstaff ist gelinde gesagt ein Anti-Held: Er säuft, frisst, intrigiert und ist auch ansonsten nicht der sympathischste oder empathischste aller Zeitgenossen. Da stellt sich doch die Frage: Wieso ist diese Figur so geworden, wie sie ist? Warum lachen wir über sie? Auf welchem politischen Nährboden wächst ein adipöser, misogyner Narzisst, der durch sein Auftreten zum Objekt von Fat-Shaming und sogar körperlicher Gewalt wird und am Ende doch nur ein Mensch ist, der geliebt werden will?

 

Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns am Stadttheater Gießen bei der Uraufführung von Andreas Marbers „Falstaff“, der mit seiner Shakespeare-Überschreibung aus dem Vollen schöpft und Szenen zwischen Farce und Tragödie, zwischen Moderne und Klassik und zwischen Beziehungsstück und Polit-Thriller schreibt.